Wie ich wurde, was ich bin: Mein Weg zur Nachhaltigkeits-Expertin

Was wollte ich eigentlich als Kind werden? Wenn ich in mein Freundebuch aus der Grundschule schaue, dann steht dort Tierärztin, denn Tiere habe ich schon immer geliebt. Dass das aber auch heißt, Tiere einschläfern zu müssen und nicht alle retten zu können, war mir nicht bewusst. Ansonsten war ich mir nie sicher: Journalistin fand ich spannend, was mit Sport passte als Leistungssportlerin sowieso zu mir. Im Endeffekt bin ich Lehrerin geworden, aber auf Umwegen über zwei angefangene und nicht beendete Studiengänge (Applied History und Wirtschaftswissenschaften / Marketing / BWL). Aber erst durch die Geburt meiner Töchter und die Beschäftigung mit dem Thema Nachhaltigkeit im Rahmen meines Unterrichts ist mir klar geworden, wofür ich wirklich eine Leidenschaft habe: Ich möchte, dass meine Töchter und potenzielle Enkel auch die Welt kennenlernen, so wie ich sie kennenlernen durfte (oder noch besser). Das sieht aktuell eher schwierig aus, aber wenn wir alle unser Bestes geben (und die Politik mitspielt) können wir es schaffen. Jetzt aber erstmal dazu, wie genau ich dahingekommen bin.

  1. 1994-2003 Meine Jugend als Leistungssportlerin. Meine ersten Schwimmwettkämpfe bin ich bereits mit sechs Jahren geschwommen, mit zehn Jahren habe ich dann drei bis viermal pro Woche trainiert und mit dem Vereinswechsel zum SV Blau-Weiß Bochum mit 15 Jahren stieg die Trainingsintensität auf bis zu neun Trainingseinheiten pro Woche an. Meine Mama ist mit mir neunmal die Woche die 30 Minuten zum Training hingefahren und nach drei Stunden Training (oder morgens nach 1,5 Stunden) wieder zurück, neben ihrer Vollzeitstelle als Lehrerin an einem Gymnasium. Dafür danke ich ihr noch heute, dass sie es möglich gemacht hat, meine Lieblingssportart auf diesem Niveau zu betreiben.

  1. Januar 2005 bis Mai 2006: Sportstipendium USA. Durch das intensive Training und die daraus resultierenden Erfolge habe ich mir einen Traum verwirklicht: Ich habe mit einem Vollstipendium an der University of Houston studiert und trainiert. Das war eine tolle Erfahrung, die ich unter keinen Umständen missen möchte, die aber auch bedeutete: Zehn Langstreckenflüge in 16 Monaten (DUS-HOU).
Ich 'kämpfe' mit einem Spielschwerd bewaffnet mit einer meiner Mannschaftskameradinnen in den Universal Studios in Orlando, Florida.
Da meine Fotos alle bei einem Festplattencrash abhanden gekommen sind, hier ein abfotografiertes Bild aus den Universal Studios in Florida 2006.

  1. Mai 2007: Liebe meines Lebens. Ich komme endlich – nach eine gefühlten Ewigkeit des Datens und Wartens – mit der Liebe meines Lebens zusammen (das ist jetzt schon 15 Jahre her und wir sind immer noch glücklich und verliebt).

  1. August 2013: Ich werde Vegetarierin. Ich möchte nicht mehr, dass Tiere für mich sterben müssen, daher entscheide ich mich, Vegetarierin zu werden.

  1. Mai 2015: Einzug ins eigene Heim. Bereits im Herbst 2014 haben wir unser ganz persönliches Traumhaus gefunden: Ein Reihenmittelhaus in der sogenannten Öko-Siedlung auf dem Land bzw. in einer Kleinstadt. Traumhaft für Kinder, zur Haustür nur ein Fußweg, zum Garten eine Spielstraße, ein kleiner Garten mit Weintrauben und Apfelbaum, die Raumaufteilung für uns optimal. Eingezogen sind wir im Mai 2015, ich damals schon mit dickem Schwangerschaftsbauch, aber ich hatte zum Glück viel Hilfe.

  1. August 2015: Geburt meiner ersten Tochter. Ich fühle pures Glück. Das Gefühl kann einem keiner vorher beschreiben: Glück, aber auch eine enorme Verantwortung. Ich will für meine Tochter nur das beste (denke ich damals…): Bücher, Spielzeug, Anziehsachen, viel zu viel von allem! 
Meine wenige Tage alte Tochter schläft auf ihren liebsten Platz: Auf meiner Brust.
Ein paar Tage nach der Geburt unserer Großen: Erschöpft aber glücklich
  1. Juni 2016: Hochzeit. Ich heirate die Liebe meines Lebens – erst standesamtlich und dann in einer freien Trauung im Gutshof Wellenbad. Am selben Tag wird unsere Tochter getauft. Ein wunderschöner Tag in unserem Leben!
Mein Mann, meine Tochter und ich sitzen vor der Trauung auf unseren festlich hergerichteten Stühlen und warten auf unsere freie Rednerin.
Unsere freie Trauung im Wellenbad in Schwerte
  1. 2018: Going Green – Education for Sustainability. Im Referendariat beschäftige ich mich mit dem Englisch Grundkurs der Einführungsstufe mit dem Thema Nachhaltigkeit und lerne selbst daraus richtig viel. Ich nehme mit dem Kurs am Projekt Going Green teil. Dadurch wache ich endlich auf, lese Bücher, schaue Dokumentationen und unternehme weitere Recherchen zum Thema. Darauf folgen erste Erfahrungen im unverpackt einkaufen und im Kosmetikartikel selber machen.

  1. Januar 2019: Ich werde vegan. Auf dem Weg zum Examen entschließe ich mich dazu, mich zukünftig vegan zu ernähren (bis auf einige Ausreißer in meiner Schwangerschaft, schaffe ich das auch und kann es mir mittlerweile nicht mehr anders vorstellen).

  1. Mai 2019: Neue Stelle und kein Glück. Mit dem Ende des Referendariats bekomme ich eine Stelle an einer Gesamtschule mit 45 Minuten Fahrtweg (eine Strecke). Leider entpuppt sich die Schule und vor allem die Schülerschaft für mich als unerwartet herausfordernd und ich fühle mich so gar nicht darauf vorbereitet und dafür ausgebildet, so dass ich oft weinend nach Hause fahre.

  1. 19. August 2019: Glück und Leid so nah beisammen. Mein Vater stirbt plötzlich und unerwartet an Herzversagen, was ein riesiges Loch in unsere Familie reißt und die eigene Vergänglichkeit noch deutlicher werden lässt. Die eigene Gesundheit tritt dadurch noch mehr in den Vordergrund, da sie das wichtigste ist, was wir haben. Gleichzeitig – am gleichen Tag – bestätigt meine Frauenärztin mir meine Schwangerschaft.
Das Ultraschallbild meiner kleinen Tochter im siebten Schwangerschaftsmonat.
Unser zweites Wunder!
  1. April 2020: Geburt meiner zweiten Tochter. Wieder fühle ich pures Glück, auch gepaart mit etwas Angst durch die Pandemie. Aber dieses Mal mache ich vieles anders als bei meiner ersten Tochter: Stoffwindeln, keine Wegwerfprodukte sowie regelmäßiges Einkaufen im Unverpacktladen sind bei uns an der Tagesordnung.

  1. HEUTE: Angekommen. Ich bin angekommen im nachhaltigen Leben, wenn auch natürlich immer wieder Situationen kommen, die herausfordernd sind. Gerade mit zwei Kindern ist ein plastikreduziertes, low-waste Leben nicht sonderlich einfach. Aber wir geben uns große Mühe, haben viele Alternativen geschaffen, die für uns als Familie in der Kleinstadt funktionieren und auch unsere sechsjährige Tochter ist schon für das Plastik- und Müllproblem unseres Planeten sensibilisiert.

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